Das Boot ist voll – Theatervorführung für den 10. Jahrgang

28. Februar 2019 Das Boot ist voll – Theatervorführung für den 10. Jahrgang

Das Boot ist voll – was heißt das? Und warum macht man sich darüber Gedanken? Die Flüchtlingskrise hatte 2015 in Europa ihren Höhepunkt. Aber auch heute noch fliehen hunderttausende Menschen aus afrikanischen Ländern auf der Suche nach einem Leben in Frieden. Während man in den Medien nur noch selten von Katastrophen auf dem Mittelmeer in Form von sinkenden Schiffen mit Geflüchteten hört, liegt die mediale Aufmerksamkeit heute eher auf der Frage, wo Schiffe mit Geflüchteten anlegen dürfen und welche Länder den Geflüchteten an Board Asyl bieten. Doch es gibt sie auch 2019 noch, die Katastrophen auf dem Mittelmeer.

2015 hat das Seminarfach ‚Menschenrechte – eine globale Verantwortung?!‘ die szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ gelesen. Die Lesung handelt von sieben Italienern, die eines Nachts mit einem Boot vor der Insel Lampedusa unterwegs waren und zufällig inmitten einer der größten Flüchtlingskatastrophen vor der italienischen Küste geraten sind. Sie haben ohne darüber nachzudenken dabei geholfen, 80 ertrinkende Menschen im Meer kurz vor der Küste Lampedusas zu retten.

Vito (Willi Schlüter) versucht, das Erlebte zu verstehen (Foto: Gehmlich)

„Das Boot ist voll“ ist so etwas wie eine Fortsetzung der Lesung. Vito, der ehemalige Besitzer des Bootes mit dem die Geflüchteten gerettet wurden, erzählt aus heutiger Sicht, was nach dem selbstverständlichen, couragierten Einsatz der sieben Italiener auf der Insel passiert ist und wie es den Rettern sowie den Geretteten ergangen ist.

Die Geschichte ist geschrieben von Antonio Umberto Ricco und wird gespielt von Willi Schlüter vom Theater in der List. Das 60-minütige Stück greift die Geschichte der szenischen Lesung auf. Sie gibt Einblicke in die Reaktionen mit denen die Retter konfrontiert wurden. Sie zeigt Ungereimtheiten der Küstenwache und wirft Fragen über zunächst unbekannte Boote auf, die nicht geholfen haben. Diese Fragen sind bis heute noch nicht geklärt sind. Willi Schlüter spielt die Rolle des Vito sehr eindrucksvoll und obwohl die Geschichte ein Monolog ist, wird es nicht langweilig.

Im Anschluss an das Stück hatten die Schüler die Chance, Fragen zum Stück zu stellen. Anhand der gezielten Fragen zeigte sich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dieser Thematik nach wie vor ist. Es ist die Aufgabe unserer Gesellschaft unsere Jugend zu informieren, damit sie sich ein eigenständiges Bild von den komplexen Zusammenhängen der heutigen Zeit machen kann.

Nina Kossack

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