BerMUN 2018: Mit Model United Nations neue Perspektiven einnehmen

29. Januar 2019 BerMUN 2018: Mit Model United Nations neue Perspektiven einnehmen

Die Vereinten Nationen haben bereits seit mehr als sieben Jahrzehnten einen beachtlichen Einfluss auf die Weltpolitik. Sie sind das einzige Forum, in dem fast alle Nationen der Welt regelmäßig zusammentreten, um Lösungen für die globalen Probleme unserer Zeit zu finden. Ob zu Kriegen, Handelskonflikten oder dem Klimawandel – direkt oder indirekt nehmen die Beschlüsse der Vereinten Nationen Einfluss auf das Leben von Milliarden Menschen. Dennoch weiß kaum jemand, was hinter den Kulissen der regelmäßigen Treffen der Staatengemeinschaft vor sich geht. Das wollen die „Model United Nations“-Konferenzen (MUN) ändern – ganz nach dem Motto: Selbst ausprobieren, um zu verstehen. Und so werfen sich überall auf der Welt regelmäßig Schüler*innen in Schale, um als Vertreter*innen einer zugeteilten Nation unter möglichst realistischen Bedingungen eine Sitzung der UN nachzuspielen – natürlich auf Englisch.
Auch unsere Schule nimmt mit der MUN-AG zwei- bis dreimal im Jahr an einer solchen Simulation der Vereinten Nationen teil – zuletzt in Berlin bei der BerMUN-Konferenz vom 13. bis zum 17. November. Die Konferenz lief folgendermaßen ab: Jeder der Teilnehmer*innen aus aller Welt bekam schon im Voraus ein Land und ein themenspezifisches Komitee zugeteilt. Wir (Sophie Sendrowski, Felix Henzel, Emma Hedderich, Julius Drünkler und ich) vertraten in diesem Jahr das Land Jemen. Zuerst hielt Sophie auf der Eröffnungsveranstaltung eine Rede über die generelle Position des Landes in der Weltgemeinschaft, dann repräsentierte jeder von uns den Jemen in einem anderen Komitee.

In meinem Komitee ging es um Terrorismus und daraus resultierenden Flüchtlingsbewegungen – besonders interessant, da der Jemen durch den aktuellen Bürgerkrieg und die daraus resultierende humanitäre Krise ganz direkt von diesen Themen betroffen ist. Vor BerMUN wusste ich kaum etwas über den Konflikt im Jemen, doch durch die gemeinsame Vorbereitung in der AG lernte ich die verschiedenen Konfliktparteien und die Probleme der Menschen vor Ort genau kennen. Besonders spannend war das Gespräch, welches wir mit einem Gesandten der Republik Jemen in der Botschaft hatten – er erklärte uns die Position seiner Regierung, die wir daraufhin in den nächsten vier Tagen auf der BerMUN-Konferenz vertraten. Das war nicht immer ganz einfach, denn der Jemen hat ein Präsidialsystem und keine Demokratie wie wir sie aus Deutschland kennen. Doch egal wie sehr unsere persönlichen Positionen von denen der jemenitischen Regierung abwichen: Sobald wir Anzug oder Bluse anhatten, argumentierten wir aus deren Sicht. Nur so funktioniert eine realistische Simulation der Vereinten Nationen.

Ich glaube, dass den MUN-Konferenzen in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle zukommt. Die weltweiten Machtverhältnisse verändern sich mit beeindruckendem Tempo. Das bedeutet auch, dass es immer schwieriger wird, einen Überblick über die Weltpolitik zu behalten – ein praktischer Ansatz wie die MUN-Konferenzen kann hier helfen. Zusätzlich führt ein wiedererstarkter Nationalismus dazu, dass immer mehr Länder nur noch zu ihrem eigenen Vorteil handeln. Dass das nicht so sein muss, hat man auch bei BerMUN gesehen: Allein in meinem Komitee wurden zwei Resolutionen verabschiedet, also Vereinbarungen, denen die Mehrheit der Länder zustimmte.
Die MUN-AG an unserer Schule gibt dir die Möglichkeit, etwas über die Kultur und Politik eines anderen Landes zu erfahren, dein Englisch zu verbessern, neue Leute aus aller Welt kennenzulernen und eine andere Stadt zu erkunden. Ob du etwas falsch machen kannst, wenn du MUN einfach mal ausprobiert? I doubt it!
Infos (zur AG und zur nächsten MUN-Konferenz in Oldenburg) gibt es für Schüler*innen ab der 10. Klasse bei Frau Heinks.

Valentin Dreher, 12. Jahrgang

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