„Coco Jambo“ oder: Das Ende der Klassenkämpfe – Abitur 2018

25. Juni 2018 „Coco Jambo“ oder: Das Ende der Klassenkämpfe – Abitur 2018

Die Wahl eines Abimottos – Herr Frommeyer hat es in seiner Rede zur Verabschiedung bereits angedeutet – erfolgt bisweilen flüchtig und ist meist, vermutlich auch in unserem Fall, triviales Ergebnis einer Abstimmung über die 20 gängigsten Vorschläge aus dem Internet: „KABItalismus – 12 Jahre Klassenkampf“ wirft google jedenfalls gleich mit als erstes aus.

Der Abijahrgang baute –  damit die Motto-Wahl nicht ganz so beliebig wirkt (?) – an seinem letzen Schultag Barrikaden auf. Hier ein Eindruck aus dem Lehrerzimmer am Morgen der Abientlassung:

Abistreich 2018: Viele Ballons, Sahne ohne Schutzkittel, schlechtes Wetter und eine Riesenüberraschung: Mr. President (Ja, der echte!) steht in der Aula und Coco Jambo schallt durch die ganze Schule! Live! Tolles Party-Feeling! Endlich mal richtig Stimmung bei einem Abistreich – mehr davon! Die aktuellen Bisy-News (Juni 2018) haben ab Minute 5:30 einen entsprechenden Ausschnitt parat. 

Raus aus den Abipullis – rein ins Kleidchen oder ins Sakko: Entlassungsfeier im Pavillon nur wenige Stunden später. Die Schüler nehmen hier nicht nur ein Zeugnis mit, sondern auch eine für sie relevante Bestandsaufnahme der Gegenwart: Herr Frommeyer analysiert – ausgehend vom Abimotto, welches tatsächlich nun vor allem durch die Rede des Schulleiters Wirkung entfaltet – aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und konstatiert sehr schlüssig, dass die Zeit der Klassenkämpfe tatsächlich abgelöst würde: „Nicht mehr der Besitz ist ausschlaggebend für die politische Orientierung, sondern die Geisteshaltung.“ Begriffe wie „rechts“ und „links“ hätten ausgedient und auch das Vokabular von Karl Marx reiche nicht mehr aus, um „unsere Welt konturiert zu beschreiben“. 

Die Rede der Abiturienten wurde vom ehemaligen Schülersprecher Thore Schedler gehalten, der engagiert über potentielle Normen und von Visionen einer Zukunft aus Warte einer jungen, in die Welt strebenden Generation sprach und zugleich mit dem entscheidenden Hinweis auf die Perspektive eines „Noch-Nicht-Wissen-Könnens“ den ungewissen Ausgang seines Plädoyers für ein soziales Miteinander betonte. Schedler machte deutlich, dass sich entscheidende Werte eben nicht (Achtung! Mottobezug?) aus einem  kapitalistischen Bedingungsgefüge ableiten ließen. 

Insgesamt dominierten somit eher politisch-theoretische Aspekte die Entlassungsfeier, so richtig festlich wurde es dann zwei Tage später auf dem im „XII Apostel“ ausgerichteten Ball, auf dem die Absolventen ein wirklich letztes Mal zusammengekommen sind.

Die Stimmung war so ausgelassen, dass ein gleichzeitig stattfindendes Fußballspiel in Vergessenheit geriet und tatsächlich bis zum Morgengrauen zahlreiche Besucher geblieben sind. Wie schön, dass ein früherer Schülertrend, frühzeitig den eigenen Ball zu verlassen, um im Zaza oder in ähnlichen locations „weiterzufeiern“, endlich mal gestoppt werden und sogar ins Gegenteil umgedreht werden konnte: Sehr viele Gäste, darunter zahlreiche Kollegen und Schüler des elften Jahrgangs, aber auch viele Ehemalige, nutzen das Angebot des Late-Night-Tickets und sorgten für guten Zulauf zu späterer Stunde! Eine großartige Party eines großartigen Jahrgangs! Herzlichen Glückwunsch zum Abitur und alles erdenklich Gute für Eure Zukunft!

Heinrich Baxmann

 

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