Deutschland bietet keinen Urlaub?

21. November 2018 Deutschland bietet keinen Urlaub?

Ob allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie, Urlaub sollte sich jeder regelmäßig genehmigen. Und wer kennt es nicht – Sonne, Strand, mediterranes bei 30°C. Doch es geht auch anders. Sogar gar nicht so abgelegen wie man denken mag. Die Rede ist vom Bodensee, ein Augenschmaus für jeden, der auch mal weg vom jährlichen Strandbesuch möchte.


So habe ich mich mit rund 37 weiteren Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer 5-tägigen Abschlussfahrt in die kleine Stadt Meersburg begeben. Was uns da erwartet hat, hätte sich keiner aus den Bildern oder Videos einer YouTube-Dokumentation ausmalen können.

Ein gewöhnlicher Nachmittag am Bodensee

Begonnen hat der Spaß mit dem Erkunden des Pfänders, ein 1064 Meter hoher Berg im schönen Österreich, genauer in Bregenz. Mit einer dreiminütigen Gondelfahrt geht es bergauf, oben angekommen hieß die Kälte jedermann Willkommen, dennoch macht sich so ein Ausblick auf den Bodensee bezahlt:

Das Seepanorama des Pfänders

Genug ausgeruht, es hieß dann entweder mit der Gondel wieder bergab zu fahren und ein wenig Zeit in der Stadt zu verbringen oder ganz einfach den Pfänder herunter zu wandern. Es sei zu beachten, dass eine Wanderzeit bis nach Bregenz zurück von schätzungsweise 105 Minuten dabei zu erwarten sei. Lange Rede kurzer Sinn, in 105 Minuten hat unsere Gruppe mitten im Wald erfolgreich die Orientierung verloren. Ab dann hieß es jeden begehbaren Fußweg einschlagen. Die Atmosphäre lässt sich in diesem Bild sehr gut beschreiben – isoliert von der Zivilisation und dennoch in greifbarer Nähe:

Irgendwann in Bregenz angekommen blieb uns kaum Zeit übrig, sodass uns erst am nächsten Morgen etwas Neues erwarten durfte. Die Rede ist vom 2143 Meter hoch gemessenen Rhonegletscher in der Schweiz, ein weiteres unvergessliches Erlebnis. Das machte sich schon auf der Hinfahrt kenntlich, als der Ausgang eines Tunnels die eine oder andere Überraschung mit sich brachte. Ein Farbspektrum, welches sich nicht auf einer Kamera festhalten lässt.

Ein großes Lob an die Schweiz, ein so angenehmes Ambiente während der Fahrt anzubieten.
Der Rhonegletscher ist so gesehen eine riesige Eisfläche in einem Bergtal. Diese Eisfläche erstreckte sich früher einmal von der Bergspitze bis zum Boden der Talfläche. Heute sieht der Gletscher nur noch so aus:

Der Rhonegletscher

Obacht, es handelt sich hierbei noch um das, was vom Gletscher übrig blieb, und das ist gerade einmal der obere Teil des Berges. Ab dieser Höhe beginnt der „Gletscher“ seinen Weg als winziger Wasserfall weiter fortzuführen. Es geht dabei alles im wahrsten Sinne des Wortes den Bach runter:

Das Ende des Rhonegletschers

Fernab von dieser Tragödie des Klimawandels bot sich uns auch eine umwerfende, wolkenfreie und sorglose Aussicht und ein Blick in die Eisgrotte des Gletschers an:

Die Aussicht des Rhonegletschers

Die Eisgrotte des Rhonegletschers

Fun Fact: Bei nicht einmal 20°C fielen viele dem Sonnenbrand zum Opfer – wozu also ein Strand? 😉
Neuer Tag, neues Erstaunen. Es drehte sich dabei mehr um den Bodensee, genau genommen die Städte Friedrichshafen und Konstanz. Wer Freude an Zeppelinen hat, der ist am Bodensee mehr als glücklich, habe ich an diesem Tag erfahren. So gibt es in Friedrichshafen ein Zeppelinmuseum. Highlight dieses Museums ist ein 1:1 nachgebauter Ausschnitt des größten jemals gebauten Zeppelins – der LZ 129 „Hindenburg“. Wow – was das für ein Gefühl gewesen sein muss, in dem Aufenthaltsraum der Hindenburg tagelang mehrere hundert Meter über der Luft zu schweben! Aber das ist noch lange nicht alles in Sachen Zeppeline: Tagtäglich reicht ein Blick in den Himmel aus, um Zeppeline zu bewundern.
Next Step – Konstanz. Und dabei haben wir uns nicht auf unseren Busfahrer, sondern auf eine Fähre verlassen. Den Bodensee zu sehen ist echt außergewöhnlich, aber vom Bodensee aus auf die Kleinstädte und Zeppeline zu gucken – Faszination!

Die Aussicht während einer Fährenfahrt

Wer einen Zwischenstopp in Konstanz beabsichtigt, der solle doch bitte einen Blick auf die Altstadt und ganz besonders auf den Hafen werfen:

Der Horizont am Ufer von Konstanz

Der letzte Tag drehte sich um die Insel Mainau und einen spannenden Vortrag im Planetarium Laupheim. Simpel beschrieben ist Mainau ein 45 Hektar großer Garten mit diversen Blumen- und Baumarten. Empfehlenswert für jeden, der gerne die Beine vertreten will. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: In 2 Stunden hat man noch lange nicht alles entdeckt. Hier ein paar erstaunliche Einblicke:

Die Flora der Insel Mainau 1

Die Flora der Insel Mainau 2

Die Flora der Insel Mainau 3

Der Fleiß der Mainauer Gärtner

Die Sphinx von Mainau

Das Beste kam zum Schluss: Der Besuch im Planetarium Laupheim. Uns erwartete eine 55-minütige Show über den Lauf der Evolution bis hin zur Entwicklung von Teleskopen und dem Fortschritt der Erkundung des Kosmos. In einem Planetarium auf die 360°-Bildfläche zu schauen und Bilder fremder Planeten und schwarzer Löcher sehen zu können erlebt man schließlich nicht jeden Tag. Zudem waren selbst die kleinsten Randinformationen über unsichtbare Strahlung verblüffend erstaunlich. Sehr Empfehlenswert für jeden Freund von Astronomie und Physik! Einen großen Dank an die Astro-AG, diesen Besuch möglich gemacht zu haben.
Und so wie jedes Abenteuer eines Tages zu einer Erinnerung wird, so ist es dieser Ausflug ebenso geworden. Der Bodensee jedoch nicht. Der Gletscher ebenfalls nicht. Zumindest noch nicht, insofern er noch nicht hinweg geschmolzen ist.
Um ein paar abschließende Worte zu finden: Wer einfach mal Urlaub anders machen will, einfach mal ganz oben oder ganz grün machen will, der sollte jetzt aber schleunigst ein paar Kreuzchen im Kalender vornehmen.

Sofian Khabbich

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