Italienaustausch 2019

8. Mai 2019 Italienaustausch 2019

Schüleraustausch „Pietro Scalcerle“ Padua 2019

Endlich war es soweit! Nachdem uns unsere Austauschschüler aus Padua letztes Jahr im Oktober besucht haben, konnten wir vom 27.03 – 03.04.2019 nun endlich zu ihnen nach Italien fliegen und eine wunderschöne, wenn auch viel zu kurze Zeit, dort verbringen. Schon seit ein paar Jahren organisiert die Bismarckschule diesen Schüleraustausch mit dem Istitutodi Istruzione Superiore „Pietro Scalcerle“ di Padova und ermöglicht somit den Schülern aus dem 10. und 11. Jahrgang diese unvergessliche Reise.

Das Abenteuer hat am Mittwochmorgen am Hauptbahnhof Hannover angefangen, von wo wir mit dem Zug zum Flughafen Hamburg gefahren sind, dann weiter mit dem Flugzeug nach Venedig, um von dort aus mit dem Bus nach Padua zu fahren. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und dementsprechend glücklich, als wir gegen 19:30 Uhr vor der Schule in Padua ankamen und unsere Austauschschüler endlich wiedersehen konnten. Alles war ein wenig chaotisch, da jeder erst einmal von jedem begrüßt wurde und direkt die neusten Neuigkeiten ausgetauscht hat. In einem halben Jahr ist eben viel passiert. Den Abend verbrachten wir dann aber ruhig und gemütlich in unseren Gastfamilien und konnten direkt eine erste Kostprobe des italienischen Essens genießen: Anders als in Deutschland, gibt es viele verschiedene Spezialitäten durcheinander. Bei vielen gab es Pasta als Vorspeise, und wenn man nicht aufgepasst hat, war man schon satt, bevor es überhaupt die Hauptspeise gab. Diese war immer unterschiedlich und super lecker. Danach gab es meist noch eine kleine Nachspeise, die je nachdem aus ein paar Streifen Käse oder auch einigen Keksen bestand.

Der nächste Morgen fing für viele von uns früh an, da ein Großteil unserer Austauschschüler weit von der Schule entfernt wohnt. Nach dem typisch italienischen Frühstück „Tee/ Kaffee mit Keksen“ ging es für die meisten mit dem Bus zur Schule. Auch wenn viele von uns schon um 7.30 Uhr dort waren, fängt die Schule offiziell erst um 8:10 Uhr an. Nach einer kleinen Führung durch die große Schule, die früher einmal ein Krankenhaus war, der Begrüßung des Schulleiters und kleinen Präsentationen unserer Austauschschüler, ging es für uns Deutsche in die Innenstadt von Padua. Unser erster Stopp war die alte, sehr beeindruckende Kapelle „Capella degli Scrovegni“ aus dem Jahr 1305, die besonders berühmt für ihre aufwändigen Fresken von Giotto ist. Außerdem haben wir uns gemeinsam den „Palazzo della Ragione“angesehen und bekamen einen Einblick in die Universität „Università degli Studi di Padova“, die zu den ältesten und renommiertesten Universitäten in ganz Europa gehört. Danach konnten wir uns noch selbstständig die Stadt ansehen und haben schließlich den Abend mit Kartenspielen oder einem Film in unseren Gastfamilien verbracht.

Am Freitag sind wir nach dreistündiger Busfahrt in der wunderschönen Hafenstadt Triestangekommen. Schon von der Bucht aus hatte man eine unbeschreiblich schöne Sicht auf das Meer und das Schloss „Castello di Miramare“. Nach einer kurzen Führung durch das Schloss, welches 1856 für den Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich und seine Gattin Charlotte von Belgien erbaut wurde, und einer Pause, in der wir das Meer genießen und unzählige Fotos machen konnten, sind wir in die Innenstadt von Triest gefahren. Eine Freundin der italienischen Lehrerin hat uns eine kleine Stadtführung gegeben. Nachdem wir einen Berg zur Kathedrale „San Giusto“ erklommen haben, waren wir alle ziemlich erschöpft. Nicht nur der sehr steile und steinige Weg war anstrengend, sondern auch die Hitze, mit der niemand gerechnet hatte, hat uns zu schaffen gemacht. Nach einer kleinen Abkühlung in der Kathedrale und einer wunderschönen Aussicht über ganz Triest ging es für uns den Weg wieder zurück. Danach hatten wir noch ein wenig Freizeit, in der wir das Meer genießen und uns ausruhen konnten, bevor es mit dem Bus zurück nach Padua ging. Auf dem Weg haben wir noch einen kleinen Stopp bei einem Konzentrationslager eingelegt, da die Italiener zuvor noch nie eines besichtigt haben. Als wir ziemlich spät erst wieder in Padua angekommen sind, waren wir alle ziemlich fertig von dem anstrengenden Tag und sind nur noch ins Bett gefallen, denn am nächsten Tag stand wieder frühes Aufstehen an.

Da die Italiener auch am Samstag Unterricht haben, ging es für uns am Samstagmorgen wieder in die Schule. Dort haben wir einen Einblick in den Unterricht bekommen, der in unserem Fall Deutsch, Spanisch und Englisch war. In kleinen Gruppen und ohne unsere Austauschschüler haben wir uns in deren Nebenklassen direkt neben dem Lehrerpult ein bisschen wie auf einem Präsentierteller gefühlt. Das hat sich aber schnell gelegt, als wir zum Beispiel im Englisch- und Deutschunterricht Aufgaben mit den Schülern bearbeitet haben. Bis auf ein paar Kleinigkeiten, wie, dass man sich dort nicht unbedingt melden muss oder, dass es immer einen Stundenblock von drei Stunden und nur einer Pause gibt, unterscheidet sich der Unterricht nicht viel von unserem. In unserer Englischklasse war es spannend zu erfahren, dass die meisten Italiener auch lieber nachmittags Unterricht hätten, statt samstagsnoch einmal zur Schule gehen zu müssen. Da die Schüler aber teilweise aus einem Umkreis von 40 km kommen und der Bus so spät nachmittags nicht mehr fährt, ist das zur Zeit leider nicht möglich. Nach diesem kurzen Schultag ging es dann wieder mit dem etwas turbulentem Bus in die Innenstadt zum wunderschönen „Prato della Valle“, der zu den größten Plätzen in ganz Europa gehört, und zur eindrucksvollen „Basilica di Sant’Antonio“, die durch ihre erstaunlichen Kunstwerke, Verzierungen aus Gold und Marmor und schließlich den Reliquien des heiligen Antonius sehr berühmt und oft besucht ist. Den restlichen Nachmittag haben viele in der Stadt zum Shoppen genutzt oder haben mit ihren Gastfamilien noch kleine Ausflüge unternommen. Wir mussten dann aber auch früh wieder nach Hause aufbrechen, um uns für die Party am Abend fertig zu machen. Die Italiener hatten einen Raum mit Boxen reserviert und es war „sehr gute Stimmung“ dort. 

Ursprünglich wollten viele von uns am Sonntag nach Verona, doch ging dies aufgrund einer Demonstration dort nicht. Im Endeffekt war es dann doch nicht so schlimm, da die meistennoch ziemlich fertig waren und ein großer Teil der Gruppe dann ganz entspannt im Park picknicken und Volleyballspielen war. Andere waren noch am Meer oder machten Ausflügemit ihren Gastfamilien. 

Am Montag ging es dann mit dem Zug nach Venedig. Nach knapp einer halben Stunde warenwir schon dort und haben direkt den „Canal Grande“ bestaunt. Kurz darauf sind wir zu einem riesigen umgebauten und luxuriösen Kaufhaus gegangen, von dem man eine unglaubliche Aussicht über ganz Venedig hatte. Wir haben schnell ein paar Fotos gemacht und hatten dann auch schon eine Stadtführung. Unsere Stadtführerin konnte uns viel von dem alltäglichen Leben außerhalb der Sehenswürdigkeiten erzählen, zum Beispiel was passierte, als das Theater in Brand stand. Zudem hat sie uns auch Gassen gezeigt, die man sonst wahrscheinlich nicht besucht hätte. Sie erzählte uns auch etwas über die Probleme, die Venedig mit sich trägt, wie die Überschwemmungen und die vielen Tauben und Möwen, die sich vor allem auf dem Markusplatz tummeln, was uns selbst auch nach dem Angriff einer hungrigen Möwe auf eins unserer belegten Brötchen bewusst wurde. Nach der kleinen Führung hatten wir etwas Freizeit, um uns Venedig noch etwas genauer anzusehen. Schneller als wir sehen konnten, ging es dann leider auch schon wieder zurück nach Padua, wo wir den restlichen Tag unterschiedlich verbracht haben. Einige waren noch zusammen in der Stadt, andere haben mit ihren Familien etwas Schönes unternommen.

Dienstag war schon unser letzter richtiger Tag in Padua. Am Morgen haben wir in der Schule am Sportunterricht teilgenommen, der – anders als bei uns – nicht auf Leistung konzentriertwar, der Schwerpunkt lag vielmehr darauf, die unterschiedlichen Hälften unseres Gehirns zu verknüpfen und unsere Links-Rechts Koordination zu verbessern. Danach ist die deutsche Gruppe in den botanischen Garten „Orto Botanico di Padova gefahren. Da wir durch die anstrengende Woche schon ziemlich kaputt waren, fiel es uns besonders schwer, in dem heißen Tropenhaus herum zu gehen. Trotzdem war der botanische Garten ein schöner Ort mit vielen verschiedenen und beeindruckenden Pflanzenarten. Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder allein in der Innenstadt, gingen shoppen und kauften die letzten Souvenirs. Am Abend hatten wir in der Schule eine Abschlussparty, und auch wenn diese schon denbevorstehenden Abschied klarmachte, war es einfach sehr schön den letzten Abend zusammen zu verbringen. Nach ein paar schönen Stunden ging es dann aber auch schon nach Hause zur Gastfamilie, um die Koffer für den nächsten Tag zu packen.

Es war Mittwoch, was für uns alle Abschied bedeutete. Obwohl wir nur eine Woche in den Alltag unserer Gastfamilie eintauchen durften, sind uns trotzdem alle sehr ans Herz gewachsen. Umso schlimmer war es dann, als es für uns in die Schule ging und wir uns von unseren Gastfamilien verabschieden mussten. In der Schule haben wir die letzten Stunden so schön wie nur möglich gestaltet. Unter anderem haben wir Karaoke mit deutschen und italienischen Liedern gesungen, uns Fotos und Videos von dem Austausch in Hannover angeguckt und ein letztes Mal zusammen gegessen. Und dann war es soweit. Der Bus, der uns wieder zum Flughafen nach Venedig bringen sollte, stand vor der Tür. Wir konnten gar nicht fassen, dass unsere gemeinsame Zeit jetzt zu Ende war. Es wurden die letzten Gespräche geführt, sich von allen verabschiedet und sehr viele Tränen vergossen. Vor allem der Gedanke, dass wir uns in dieser Konstellation wohl nie wieder sehen werden, hat uns ziemlich traurig gemacht. Nachdem wir uns noch einmal zum letzten Mal umarmt hatten und viele Versprechungen für die Sommerferien gemacht wurden, ging es für uns wieder zurück nach Hannover.                                                                                                                                                            An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei unseren Gastfamilien bedanken, die uns für eine Woche ein zweites Zuhause gegeben haben und bei unseren deutschen Lehrerinnen wie auch bei den italienischen Lehrerinnen, die uns diese unvergessliche und wunderschöne Reise ermöglicht haben!

Sina Marie Körner und Sonja Lerch

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