POL&IS-Planspiel der Politikleistungskurse zum Thema „Gefahren für den Weltfrieden?“

11. November 2018 POL&IS-Planspiel der Politikleistungskurse zum Thema „Gefahren für den Weltfrieden?“

Vom 23.-25. Oktober 2018 erhielten viele Teilnehmer der Politikleistungskurse des 12. Jahrgangs die Möglichkeit, an einem Bundeswehrplanspiel namens POL&IS (=Politik & internationale Sicherheit) teilzunehmen. Dank einer freundlichen Einweisung des Jugendoffiziers Daniel Schumann eine Woche zuvor, wussten wir alle schon ziemlich genau, was auf uns zukommt, als wir uns morgens vor der Bundeswehrkaserne trafen. Eine strenge Passkontrolle und dann ging es los: wir wurden zufällig auf die Weltregionen aufgeteilt und hatten Zeit herauszufinden, welche Aufgaben uns die nächsten Tage erwarten würden und vor allem welche Ziele wir überhaupt vertraten.

Guter Unterricht hin oder her, wer kennt sich schon mit den Umweltzielen Indiens aus? Die Regierungen bestehen jeweils aus einem Wirtschaftsminister, der den Regierungshaushalt verwaltet und Güter handelt, einem Staatsminister, der für die innen- und außenpolitischen Sicherheitsfragen zuständig ist sowie einem Regierungschef, der über die Entscheidungen der Minister verfügt, politische Programme schreibt und Bündnisse mit anderen Regionen eingeht.
Unabhängig von den Regionen arbeiteten sich auch die NGOs (Nichtregierungsorganisationen), die Weltpresse, die Weltbank sowie die UN-Generalsekretäre in ihre Aufgaben für die kommenden Tage ein. Nachdem sich alle in ihre Rollen eingefunden hatten, fanden erste Verhandlungen statt.

Schnell wurde klar, dass bei Bündnissen mehr zählt als die eigentlichen politischen Interessen. Ein Bündnis zwischen Russland und Arabien? Dank eines Schokocrossaints plötzlich denkbar. Zum Abschluss des ersten Tages lief die „Tagesschau“, die über die Missstände und Erfolge in den einzelnen Regionen berichtete und somit genug Themen für neue politische Programme bot. So richtig los ging es dann aber erst am zweiten Tag, der gleichzeitig unser erstes POL&IS-Jahr war.

Hochmotiviert handelten die Minister, während die Regierungschefs Bündnisse schlossen. Schnell wurde der Zwiespalt klar, der auch in der Realpolitik beinahe täglich zu spüren ist, wenn es darum geht, moralische Überzeugungen (wie Umweltschutz, Menschenwürde) und wirtschaftliche Interessen zu vereinbaren. Dies wurde insbesondere deutlich, als am dritten Tag der Weltfrieden auf dem Spiel stand: Aufgrund von Hegemonialbestrebungen hatten Russland und China ihre Atomwaffen aufgerüstet und an den Grenzen stationiert, was dazu führte, dass sich die anderen Regionen bedroht fühlten und ebenfalls aufrüsteten. Natürlich ist es nicht so, dass die Politiker in der Realität aufgrund solcher Interessen (und zum Teil auch Missverständnissen) direkt Atomwaffen auffahren, aber ich denke, dass durch diese Eskalation dennoch klargeworden ist, wie Machtstreben das Handeln einzelner Personen beeinflusst und zu willkürlichen Entscheidungen führt, um die nationalen oder ideologischen Interessen durchzusetzen.

Die Weltkarte war voller roter Atomwaffen: ein Anblick, der als Anlass für eine UN-Sonderkommission genügte. Zum Glück konnten sich alle Regionen für eine friedliche Lösung aussprechen und so den Ausbruch eines 3.Weltkriegs doch verhindern. „Zum Glück konnten sich alle Regionen für eine friedliche Lösung aussprechen und so den Ausbruch eines 3. Weltkriegs doch verhindern. „Aus der Erfahrung steht die Welt meist erst im 3.Pol&IS-Jahr vor der Entscheidung, ob die Egoismen einzelner Regionen zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung führen, oder die Weltgemeinschaft auf einen Abbau der Aggressionen drängt.“, sagte unser Spielleiter dazu. „Diese Entwicklung muss wohl jede Pol&IS-Gruppe durchmachen.“

Ein Glück, dass POL&IS nur eine Simulation ist, aber trotzdem wurde deutlich, wie viel Aggressionspotenzial weltweit herrscht und dass Frieden etwas ist, wofür man jeden Tag weiterkämpfen muss. Es müssen Kompromisse gefunden werden, die eben nicht schwarz oder weiß, gut oder böse sind.

Ein ganz herzlicher Dank geht an Kapitänleutnant Daniel Schumann, der trotz Krankheit seines Kollegen alles super koordiniert hat, sowie an unsere Lehrer und insbesondere Frau Twenhövel, die uns diese außerschulische Erfahrung ermöglicht haben. Dadurch, dass man die politischen Abläufe selbst erlebt, erleichtert sich das Verständnis der Theorie enorm und ich denke wir alle sind der Meinung, dass auch zukünftige Jahrgänge von dieser Möglichkeit profitieren sollten.

Maria Wessels, Jg. 12

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