Tansaniareise 2016

30. Mai 2016 Tansaniareise 2016

Tansania bleibt noch lange an und auch in uns hängen. In uns aufgrund von unglaublich tollen Erfahrungen und Erlebnissen, die wir machen konnten. Aber an uns, da das erste Mitbringsel unsere rot verfärbten, ehemals weißen Wäschestücke waren, die aus dem Koffer quollen. Bei einem Griff in meinen Rucksack merke ich es noch immer. Auch hier hat sich der rote Staub festgesetzt. In den Ecken, Kanten und Innentaschen.

Nachdem wir um 3 Uhr morgens am Kilimanjaro Flughafen gelandet sind, einem Flughafen, der aus nicht viel mehr als einer kleinen Halle, Gepäckband und zwei Schaltern bestand, wurden von ebenfalls übermüdeten Flughafenangestellten die Fingerabdrücke eingescannt und ein unschönes Einreisebild samt Visum erstellt. Nach wie vor war es stockdunkel, als uns draußen eine Delegation der Msafiri English Medium Pre& Primary Schools, unserer langjährigen Partnerschule, herzlich empfing. Das Gepäck von uns fünf Schülerinnen, unserem einen Schüler und unseren zwei Lehrerinnen, jeweils zwei Koffer pro Person, einer für Spenden und einer für persönliche Dinge, wurde selbstverständlich auf das Dach eines, uns eher wacklig erscheinenden, Minibusses gewuchtet und dort mit Seilen festgezurrt. Die zweistündige Fahrt im Dunkeln bleibt in Erinnerung, da während der gesamten Fahrt neben der Fahrbahn durchgängig marschierende Soldaten zu sehen waren, die laut Schulleiter Kodawa, einen 90 Kilometer Marsch neben der Fahrbahn zu absolvieren hatten. Von diesem Spektakel konnte einzig der atemberaubende Sternenhimmel uns ablenken.
In Kisangara wurden wir mit einer Tasse köstlichem Lemongrass tea um fünf Uhr morgens empfangen und dann im Dunkeln, es war zur Zeit eines Stromausfalls, viele weitere sollten noch folgen, zu unseren Zimmern gebracht.

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In den nächsten Tagen, die wir in der Msafiri school verbracht haben, durften wir einige der 142 Kinder der Schule und auch die Patenkinder kennenlernen, in den Unterricht hineinschnuppern und schließlich auch unser eigenes Zahnpflegeprojekt in den Klassen drei, vier, fünf und sechs durchführen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten lief das Projekt super. Die Kinder haben begeistert unseren ,,Toothbrush Dance‘‘ Song mitgeträllert und ganz stolz ihre Zahnputzmedaille und ihren eigenen Zahnputzbecher mit Zahnbürste und Zahnpasta entgegengenommen.

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Auf dem Weg nach Mwanga, einem nahegelegenen Ort, in dem wir Geld wechselten und auf dem Markt die wunderschönsten Stoffe und zahlreiche Früchte bestaunen konnten, erhielten wir die Gelegenheit, eine öffentliche Schule zu besuchen. Der Unterschied zu unserer Partnerschule wurde sofort deutlich: fünfzig Kinder in einer Klasse und pro Klasse nur eine Hand voll Schulbücher.

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Dass es den Kindern in der Privatschule Msafiri besser geht als denen in dieser staatlichen Schule, ist allein der großen Spendenbereitschaft zu verdanken und dem Aspekt, dass das Schulgeld vom Großteil der Kinder durch Paten, unter anderem LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen der Bismarckschule, finanziert wird.

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In der Schule wurde als Dank für genau diese Hilfe, die die Bismarckschule leistet, ein großes Fest in der Assembly Hall der Schule gefeiert. Die Kinder führten Verschiedenes vor, sie sangen (einen Song zu ehren der Bismarckschule beispielsweise), tanzten und turnten. Wir wurden reichlich mit Kaffee, Zucker und T-Shirts der Schule beschenkt. An die Kinder konnten wir als Mitbringsel Stifte, Gummibärchen und Zahnbürsten verteilen. Auch Kleinigkeiten für die Lehrer hatten wir mitgebracht.

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Am folgenden Wochenende ging es für uns nach Gonja in die Berge, dort sollten wir eine Nacht bei Michael, dem Bruder von Grace, der Schulbesitzerin, verbringen. Allein die Fahrt nach Gonja war sehr erlebnisreich. Zu zwölft gequetscht auf einen Pick-up, zusammen mit unserem Gepäck und einem Dutzend Tomaten, ging es vier ein halb Stunden offroad über die holprigsten Wege Tansanias. In Gonja angekommen hatte sich die lange Fahrt jedoch für den unglaublichen Ausblick hinunter ins Tal, den man von Michaels Haus aus genießen konnte, definitiv gelohnt. In seinem wunderschönen Garten wuchsen zahlreiche Bananen-, Papaya- und Mangobäume und alles von Tee und Kaffee bis hin zu Zimt, Koriander, Ingwer und Chili. Auch einen Wasserfall in der Nähe seines Hauses zeigte uns Michael. Wir wurden auch zu einem Ständchen in der Kirche Gonjas eingeladen am Sonntagmorgen und haben Laudato si zum Besten gegeben.
Am selben Tag lud uns Schulleiter Kodawa zum leckeren Mittagessen zu sich nach Hause ein. Zurück in Kisangara hieß es dann Sachen packen, da wir am nächsten Tag zu der dreitägigen Safari früh morgens aufbrechen sollten, als kleine Abwechslung zu unserem Projektalltag in der Schule und zum weiteren Entdecken dieser völlig fremden, aber unglaublich interessanten und vor allem herzlichen Kultur.
Montagvormittag in Arusha angekommen trafen wir David und Joseph von GofaN-Safaris, unsere Guides, die uns die nächsten drei Tage durch die atemberaubenden Nationalparks Tarangire, Lake Manyara und Ngorongoro führen sollten. In den drei Tagen bestaunten wir Elefanten, Giraffen, Antilopen, Zebras, eine Babyschildkröte, Paviane, ein Chamäleon, Nilpferde, Gnus, Füchse, Hyänen, und Löwen! Löwen beim Jagen, Löwen beim Fressen, Löwen beim Schlafen, Babylöwen… Ein Löwe lag sogar auf der Straße direkt neben unserem Jeep, so etwas Überwältigendes erlebt man echt selten!

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Übernachtet wurde auf Campingplätzen, wo wir von Patrick, unserem Koch, mit riesen Buffets und immer guter Laune unglaublich verwöhnt wurden. Zur Begrüßung bekamen wir auch eine riesige Torte, der Bismarckschule gewidmet.
Zurück in der Msafiri School veranstalteten wir dann Frau Günthers heiß ersehntes Soccerturnier. Dank zahlreicher Spenden von Fußballvereinen konnten wir sogar Trikots und Hosen für vier Mannschaften zur Verfügung stellen. Wer nicht Fußball spielen mochte, konnte Taschen selbst bemalen oder Hockey spielen, da wir durch Herrn Seidigs großzügige Spende sehr gut erhaltene Hockeyschläger nutzen konnten.

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Der Tag hat uns allen sehr viel Freude bereitet, auch wenn man bei über 35°C manchmal ganz schön ins Schwitzen gekommen ist.
Am Freitag dann startete der letzte Ausflug den wir gemeinsam mit Leuten aus der Msafiri School machten. Zusammen mit Kodawa und Michael ging es in einem viel zu kleinen Bus zu einer Taubstummen-Schule in Mwanga, um eine etwas andere, aber sehr interessante Lehrmethode kennenzulernen. Abends wurden wir von der unglaublich herzlichen Flora, einer Lehrerin der Schule, zum Abendessen eingeladen. Sogar Gastgeschenke gab es, obwohl sie als Alleinverdienende in sehr bescheidenen Verhältnissen zusammen mit ihren Kindern lebt.

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An unserem letzten Tag an der Msafiri School mussten auch in diesem Jahr eine Ziege und ein Schaf für uns dran glauben – und das bei 4 Vegetarierinnen (von 8 Reisenden)… Abends gab es dann ein riesen Barbecue, wo viele HelferInnen und LehrerInnen der Schule mit eingeladen waren.
Am Sonntag ging es für uns alle zum ersten Mal in unserem Leben an den Indischen Ozean nach Bagamoyo. Auch für Frau Synowzik war dieses Reiseziel unbekannt, da vor zwei Jahren durch starke Überschwemmungen die Fahrt von Kisangara an die Küste nicht möglich war.
Bagamoyo, eine Küstenstadt auf Höhe Zanzibars, war zu Zeiten Deutscher Kolonie Hauptstadt, weshalb wir am Montag mit TukTuks als Fortbewegungsmittel eine sehr interessante Stadtführung erleben durften. In der Mittagspause konnten wir Mädchen uns Henna-Tattoos machen lassen, auch Frau Synowzik und Frau Günther. (Welches Symbol unsere RedBull-liebende Begleiterin wohl gewählt hat, ist unschwer zu erraten;-)

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Dienstagvormittag besuchten wir das College of Arts in Bagamoyo, nachmittags konnten wir noch den weißen Strand und das türkise Wasser genießen (Pirates of the Carribean lässt grüßen), als Abkühlung diente das badewannenwarme Wasser enttäuschender Weise allerdings nicht…
Um Mitternacht ging es dann schweren Herzens nach Dar es Salaam an den Flughafen und von da aus gen Heimat.
Mittwochnachmittag kamen wir dann müde, erschöpft, aber alle wohlbehalten in Hannover am Flughafen an, wo uns Eltern und Freunde freudig und neugierig in Empfang nahmen. Wenn einen die Müdigkeit nicht aufgehalten hätte, hätten wir alle sicherlich den ganzen Tag ohne Punkt und Komma von den einzigartigen Erlebnissen berichtet, meine 2000 Fotos mussten sich allerdings noch etwas gedulden, da ich bereits während der Fahrt nach Hause selig, von 40°C und Sonne träumend, einschlummerte.
Ein riesengroßes Dankeschön -Asante Sana- an alle, die diese Reise möglich gemacht haben!

Kara Bukowski und Cosima Lustig

>>Hier<< berichtet  der Verein zur Förderung der interkulturellen Kommunikation, Bildung und Gesundheit e.V. über unseren Besuch in Tansania.

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