Schulprogramm

Die Bismarckschule ist eine UNESCO-­Projektschule. Wir orientieren uns am Konzept der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der UN-­Dekade 2005 – 2014 und unterstützen es. Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebens­qualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält. Dazu gehört:

  • ökologische Nachhaltigkeit im Sinne der Bewahrung der natürlichen Umwelt für kommende Generation, 
  • ökonomische Nachhaltigkeit im Sinne eines Ressourcen schonenden Wirtschaftens 
  • und soziale Nachhaltigkeit im Sinne der Menschenrechte, der globalen Verantwortung und der friedlichen Konfliktlösung. 

Nachhaltige Bildung strebt die individuelle Handlungs­und Gestaltungsfähigkeit der Heranwachsenden für eine lebenswerte Zukunft an. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist für uns die Leitidee für die Gestaltung von Unterricht und Schulleben sowie für eine verantwortungsbewusste persönliche Lebensführung. 

 

Die Sachen klären[1]

Wir helfen den Schülerinnen und Schülern durch die Vermitt­lung von Wissen und Kompetenzen, die Welt zu verstehen.

Was verstehen wir darunter?
Es gibt unterschiedliche Wege, die zum Verständnis der Welt führen:

  • die Naturwissenschaften für die belebte und unbelebte Natur, 
  • die Geisteswissenschaften für die literarisch­künstlerische und die fremdsprachige Kultur, 
  • die Gesellschaftswissenschaften für die Bedingungen und Formen des Zusammenlebens. 
Um die Welt zu verstehen, erfolgt in der Schule eine altersgemäße Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Gegenständen der Kultur und der Natur.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Im Sekundarbereich I bieten wir an:

  • eine mathematisch­naturwissenschaftliche Schwerpunktklasse, im 9. Jahrgang das naturwissenschaftliche Praktikum
  • in der zweiten Fremdsprache: Französisch, Latein und Spanisch
  • eine Sprachenklasse, die in der 7. Klasse eine dritte Fremdsprache oder bilingualen Unterricht erhält
  • für den 5. bis 7. Jahrgang: die „Bläserklasse“
  • im 10. Jahrgang eine neu beginnende Pflichtfremdsprache nach den langfristigen Wünschen der Schüler und Möglichkeiten der Schule, zurzeit ist das Italienisch.
  • im 10. Jahrgang: das Betriebspraktikum zur Erkundung der Arbeitswelt
  • Im 5. Jahrgang: den Lesekompetenzunterricht
 

Wir führen zur Vorbereitung auf Studium und Ausbildung einen Berufsinformationstag durch und nehmen am Hochschulinformationstag teil.
Wir nehmen an Wettbewerben teil.
Wir bieten in der gymnasialen Oberstufe ein breites Profilangebot an, das die wissenschaftsorientierten Zugangsweisen der Welterschließung umfasst.
Die Fachgruppen überprüfen zu Schuljahresbeginn die Fach­curricula, überarbeiten diese bei Bedarf und planen entsprechend schüleraktivierende Unterrichtsformen ein.
Wir achten auf eine kompetenzorientierte Aufgabenkultur und schüleraktivierende Unterrichtsformen.

Wir realisieren Bildung für nachhaltige Entwicklung im Unterricht und im Schulleben, und zwar insbesondere durch

  • fächerübergreifenden Unterricht,
  • Wahlpflichtunterricht,
  • regelmäßige Projekttage/Projektwochen,
  • Austauschfahrten
  • Exkursionen
  • Unterricht an außerschulischen Lernorten.
  • Die natur­ und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer arbeiten an gemeinsamen Unterrichtsprojekten.

Wir fordern und fördern Leistung, wir machen die Anforde­rungen transparent, wir geben Anerkennung für Leistung.

Was verstehen wir darunter?
Der Vergleich ist in der Schule unabwendbar: „Wie gut war ich vorher? Wo stehe ich im Vergleich mit anderen? Wie nahe bin ich am Ziel?“
Der Vergleich orientiert sich an verbindlichen Maßstäben. Wer erfolgreich arbeitet, bekommt Anerkennung durch sich selbst und durch die anderen.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Die Fachkonferenzen legen jahrgangsspezifisch Mindeststandards fest, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten die Lernenden am Ende des Schuljahres (Jg. 5 bis 10) bzw. Ende des Halbjahres (Jg. 11 und 12) beherrschen müssen.
Die Lehrkräfte erläutern in den Lerngruppen die Lernziele, die fach­lichen Anforderungen und wirken auf ein hohes Maß an Transparenz bei der Leistungsbewertung hin.
Die Fachkonferenzen beschließen die Gewichtung der schriftlichen Lernkontrollen und der Mitarbeit im Unterricht und überprüfen diese regelmäßig. Die Fachkonferenzen beschließen im Rahmen der rechtlichen Vorgaben über die Zahl der schriftlichen Lernkontrollen und über die Beurteilungskriterien für die Mitarbeit im Unterricht, die von allen Lehrkräften verbindlich angewendet werden.
Die Lehrkräfte geben zweimal im Halbjahr Rückmeldung über den Leistungsstand und den Lernfortschritt, die Schülerselbstein­schätzung der Lernstandsdokumentation wird einbezogen.
Wir stärken die Schülerinnen und Schüler durch Lob, Anerkennung und konstruktive Kritik. Wir begegnen uns mit gegenseitiger Wert­schätzung und mit Respekt.

 

Den Menschen stärken

Wir ermöglichen und unterstützen im Unterricht das selbst­ständige Lernen der Schülerinnen und Schüler.

Was verstehen wir darunter?
Lernen ist eine Aktivität der Schüler, die Wissen und Kompeten­zen erzeugt. Selbstständiges Lernen ist ein persönlicher Gewinn. Lernen ist die Erfahrung: Ich kann etwas besser als zuvor. Persönliches Erfolgserleben ist die Basis von Motivation.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Wir entwickeln Lernkompetenz, d.h. das „Lernen lernen“: Zeitpla­nung, Informationsbeschaffung, Lesekompetenz, Präsentation, Re­flexion des Lernens, Logbuch im 5. und 6. Jahrgang, Lerntagebuch. Wir führen für alle Schüler des 5. und 6. Jahrgangs Methodenschu­lungen durch (Arbeitsplatz, Hausaufgaben, Mappenführung etc). Die Fachgruppen entwickeln fach­und jahrgangsspezifisch ein Methodencurriculum.
Wir gestalten den Unterricht mit individualisierten und aktivierenden Lernformen, damit die Lernenden sich in ihrem Lernen erfolgreich erleben.
Wir reflektieren gemeinsam und regelmäßig den Unterricht und das Lernen in der Lerngruppe und werten diesen Prozess aus, u. a. durch das von der Schülervertretung entwickelte Lehrerfeedback. Wir ermutigen die Lernenden und fordern von ihnen, dass sie Ver­antwortung übernehmen: Konkrete Ziele formulieren, Lernschritte festlegen und Ergebnisse evaluieren.
Wir unterstützen Schüler des 6. und 7. Jahrgangs gezielt bei der Beseitigung ihrer Lernschwächen durch Oberstufenschüler (Exploro­Projekt).

Wir pflegen ein Lernklima auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung.

Was verstehen wir darunter?
 Den Menschen stärkendes Lernen wächst aus dem sozialen Miteinander der Lernenden, das gekennzeichnet ist durch Offenheit und Respekt füreinander, durch Mitempfinden und Hilfsbereitschaft, durch Anstrengung und Anerkennung, durch Kooperations- ­und Verantwortungsbereitschaft. In einem wertschätzenden Lernklima entstehen Selbstvertrauen und Motivation und damit auch Lern­und Lebensfreude.
Wir nehmen Lernstörungen wahr und erarbeiten Lösungen, die sowohl den einzelnen Schüler als auch die Gemeinschaft fördern.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Wir orientieren uns an den Stärken der Lernenden.
Wir ermöglichen im Unterricht durch unterschiedliche Arbeits­und Sozialformen, dass Beziehungen der Lernenden untereinander gefördert und intensiviert werden.
Wir führen in Verbindung mit den Lernstandserhebungen Schüler­sprechtage durch, bei denen die individuelle Lernentwicklung erörtert wird.
Wir fördern eine organisatorische Struktur für soziales Engagement sowie Streit­und Konfliktschlichtung innerhalb der Schule (z. B. Konfliktlotsen).
Wir haben eine Beratungslehrerin.

Schulleitung, Eltern, Schülerinnen und Schüler unterstützen die Lehrkräfte in ihrer fachlichen, pädagogischen und sozialen Arbeit.

Was verstehen wir darunter?
Lehrer müssen auf die Wertschätzung von Schülern, Eltern, Kollegen und Schulleitung bauen können.
Zusammenarbeit, Austausch von Erfahrungen und gemeinsame Entwicklung von Ideen und Perspektiven stärken und entlasten die Lehrenden.
Eine gute materielle und räumliche Ausstattung und eine effiziente Organisation bilden eine wichtige Voraussetzung für eine gute Schule.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Wir bilden Jahrgangsteams, zurzeit in den Klassen 5 – 7. Sie dienen

  • dem Austausch von Erfahrungen,
  • der Planung von Unterricht und außerunterrichtlichen Aktivitäten,
  • der Konfliktlösung,
  • zur Planung von Klassenprojekten.

Wir unterstützen Fortbildungen und Supervision.
Wir begleiten und unterstützen die Lehrkräfte in der Berufsein­stiegsphase.
Wir sichern und verbreitern die finanzielle Basis für eine gute Ausstattung.
Wir sichern und arbeiten für eine gute Organisation im Sinne von Transparenz, klaren Grundsätzen, Verlässlichkeit und frühzeitiger Information.

 

Die Gemeinschaft pflegen

Wir achten und pflegen die Klassengemeinschaft.

Was verstehen wir darunter?
Die Klassengemeinschaft lebt von Vertrauen und Zugehörigkeit.
Der Einzelne wird geachtet und die Belange der Klasse werden in
den Blick genommen.
Verhaltensregeln werden besprochen und eingehalten.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Wir ermöglichen möglichst vielfältige gemeinschaftsfördernde Erfahrungen: Ausflüge, Klassenfahrten, Klassenfeste, Spielenach­mittage, Lesenacht.
Wir thematisieren Konflikte in der Klasse verständigungsorientiert und respektvoll.
Wir übertragen den Schülern verantwortungsvolle Aufgaben und unterstützen sie bei deren Durchführung: Klassensprecher, Hofdienst, Ordnungsdienst, Konfliktlotsen, Projektleitungen.

Wir gestalten ein attraktives, vielfältiges und gemeinschafts­förderndes Schulleben.

Was verstehen wir darunter?
Die Begegnungen unterschiedlicher Menschen sind das Fundament eines lebendigen, beziehungsreichen Schullebens.
Daraus wächst die Haltung der Höflichkeit, der Wertschätzung und der Verlässlichkeit.
Die Gemeinschaft ermöglicht die Erfahrung der Zugehörigkeit und die Entfaltung des Einzelnen.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Wir sind eine offene Ganztagsschule mit Mittagessen und Arbeits­und Übungsstunden, für die Nachmittagsstunden werden zahlreiche AGs angeboten.
Wir fördern die SV-­Arbeit durch die Zusammenarbeit mit dem SV-­Beratungslehrer und das Angebot von Seminaren.
Wir unterstützen die fünften Klassen durch Patenschüler aus höheren Klassen.
Wir betreiben zusammen mit Eltern und Schülern eine Cafeteria.
Wir feiern regelmäßig ein Schulfest und beleben unseren Schul­alltag durch Theateraufführungen, musikalische Abende, Konzerte und Ausstellungen.
Wir fahren regelmäßig auf Klassen­bzw. Studienfahrt, zurzeit in den Jahrgängen 5, 7, 10 und 12.
Wir bieten regelmäßig öffentliche Führungen und Vorträge in unserem Planetarium an.
Wir beteiligen uns an internationalen Austauschprojekten (Comenius). Wir pflegen einen Schüleraustausch mit dem 5. Lyzeum in Poznan/ Posen und mit dem Brooke Weston College in Corby/England.
Wir fördern als UNESCO­-Projektschule die Völkerverständigung und ermöglichen möglichst vielfältige gemeinschaftsfördernde Erfahrungen durch die Teilnahme an Projekten wie Model United Nations, Baltic­-Sea und durch die Unterstützung der Msafiri Pre­- and Primary School in Tansania.
Wir pflegen einen guten Kontakt zu unseren Ehemaligen (Verein der Eltern und Förderer, Abituriententreffen, Goldabi­turienten).

Wir schaffen ein Klima des Vertrauens für die Zusammenarbeit von Schulleitung, Lehrern, Eltern und Schülern.

Was verstehen wir darunter?
Eine transparente Organisations­und Kommunikationsstruktur ist Voraussetzung für ein vertrauensvolles Miteinander.
Ein offener Austausch von Informationen fördert das Verständnis der einzelnen Gruppen füreinander.
Der Respekt vor den Interessen der beteiligten Gruppen führt zu kompromissfähigem Verhalten zum Gesamtwohl der Schule.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Die Schulleitung unterstützt und honoriert das Engagement der Lehrkräfte.
Wir führen einen lebendigen Dialog in den Gremien (Gesamtkonferenz, Dienstbesprechungen, Fachkonferenzen, Schulvorstand).
Wir, Lehrer, Eltern und Schüler, arbeiten in den Fachkonferenzen gemeinsam an der Verbesserung der Unterrichtsqualität.
Wir pflegen ein gutes Arbeitsklima im Kollegium.
Wir erkennen die Personalratsarbeit und die SV-­Arbeit als tragende Säulen der Schule an und unterstützen sie.
Wir arbeiten mit einer aktiven Elternschaft zusammen, die ihre Belange selbst in die Hand nimmt (Elternpaten, Organisation von Festen).
Wir sehen den Schulelternrat und die Klassenelternschaften als wichtige Partner bei der Umsetzung von Entscheidungen.

Wir entwickeln ein Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt.

Was verstehen wir darunter?
Nachhaltige Bildung beinhaltet, überkommene Denkmuster und Verhaltensweisen in Frage zu stellen.
Um zu einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu kommen, ist es notwendig, sich mit anderen auszutauschen Vorausschauendes Denken und solidarisches Handeln in und außerhalb der Schule sind Ausdruck dieser Haltung.

Wie wollen wir unser Ziel erreichen?
Wir streben Müllvermeidung, Mülltrennung und Recycling im schulischen und häuslichen Bereich an und bemühen uns um das Einsparen von Energie.
Wir beachten nachhaltige Gesichtspunkte beim Kauf von Inventar und Verbrauchsmaterialen. Wir streben ökologische und Fair­Trade­Kriterien bei Ein- und Verkäufen in der Schule (z. B. im Rahmen der Cafeteria) an.

Dieses Schulprogramm tritt am 18. 11. 2009 in Kraft und wird spätestens nach zwei Jahren mit Blick auf die erzielten Veränderungen durch die schulischen Gremien überprüft.

[1] Hartmut von Hentig,
Die Menschen stärken, die Sachen klären. Ein Plädoyer für die Wieder­herstellung der Aufklärung (1985).
Dieser Titel, unter dem der Bielefelder Pädagoge einige seiner Schriften zu­sammengefasst hat, gab die Anre­gung für die Formulierung in diesem Schulprogramm.

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