Kraft der Gegenwart: Diversität und Zeit –oder: Herzlichen Glückwunsch zum Abitur!

29. Juni 2019 Kraft der Gegenwart: Diversität und Zeit –oder: Herzlichen Glückwunsch zum Abitur!


Es ist nicht immer ganz leichte Kost, die Schulleiter scheidenden Abiturienten mit auf den Weg geben. So zahlreich die Glückwünsche zum Abitur sind, so zahlreich sind die ermutigenden Worte: Diversität und Zeit bildeten die Kraft der Gegenwart, darf man Schulleiter Heinrich Frommeyer glauben. 

„Verstehen wollen ist nicht gleichzusetzten mit Einverstanden sein!“

Frommeyer rief die Abiturienten auf, ihren in vielen Unterrichtssiutationen gezeigten Willen zum Verstehen nicht abzulegen und sich für die Diversität unserer Gesellschaft einzusetzen. „Verstehen wollen ist nicht gleichzusetzten mit Einverstanden sein!“, so Frommeyer.

Zugleich warb er für einen Transfer zwischen den Generationen. Den Menschen zu stärken heiße auch, sich für den anderen zu interessieren und mit ihm zu kommunizieren. 
Eltern freuten sich über neue Schritte, den Mut und die Lebensentwürfe ihrer Kinder, aber sicherlich auch über jeden Besuch zu Hause. 

Schließlich lobte der Schulleiter die Abiturienten als Vertreter der jungen Generation dafür, dass sie sich existenziellen Bedrohungen unseres Planeten widersetzen etwa durch ihr beharrliches Eintreten für den Klimaschutz.
Gleichzeitig warnte Frommeyer aber mit Nietzsches Worten auch vor einem Mangel an Ruhe. Die Bereitschaft, innezuhalten und aktiv zuzuhören und Zeit für die Gemeinschaft zu haben, unterschiedliche Lebensentwürfe zuzulassen und die Werte der Freiheit und Demokratie aufrecht zu erhalten, würden die Barbarei, die Nietzsche befürchtet, verhindern. 

„Finden Sie zu sich selbst, seien Sie wachsam und dabei, den Dingen auf den Grund zu gehen. Stärken Sie den Menschen in Ihrem Kontext und stellen Sie das neoliberale Credo der Effizienz zumindest in Frage. Nehmen Sie sich Zeit für Menschen – am besten analog und nicht digital!“ gab Frommeyer seinen Schützlingen mit auf den Weg.

Die Abiturientenredner Sophie Sendrowksi und Valentin Dreher dankten den Eltern für die einmalige Chance, die sie eröffnet hätten. Es sei ein Privileg gewesen, die Bismarckschule zu besuchen. Weniger das Arbeitsmaß, sondern vielmehr die Chancen seien oft entscheidend. Diese Chancen seien nicht gleichmäßig in der Gesellschaft verteilt. 

„Wir sind mutig, wir sind jung, wir müssen Wege einfach ausprobieren.“

Engagement und Idealismus dürften nicht begraben werden, sagte Sendrowski auch mit Blick auf die Fridays-for-future-Demonstrationen. Die Gesellschaft lebe schließlich von den Menschen, die ihre Stimme erhöben. 

Umrahmt wurde die Entlassung der Abiturientinnen und Abiturienten durch zahlreiche musikalische Beiträge. Die Streicher spielten mit Lichtschwertern auf ihren Instrumenten Star-Wars-Melodien und die Saxophone der 10b, letztmalig unter dieser Bezeichnung auftretend, Daft Punk. Beeindruckend war sicherlich die ehemalige Bläserklasse von 2011, die zu diesem Anlass wieder zusammenfand.

Zusammengefunden hatten sich auch zahlreiche Jubilare: Neben den obligatorischen Goldabiturienten von 1969 konnten auch Dirk Brockmann-Behnsen (30 Jahre Abitur), Heinrich Frommeyer (seine Abiturentlassung sei „auf den Tag genau 40 Jahre her“) und Uwe Zieboll („immerhin schon 45 Jahre“) in Erinnerungen schwelgen. 

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt gratulieren wir Ihnen von ganzem Herzen zum bestandenen Abitur! Bleiben Sie sie selbst, aber bleiben Sie im Herzen Bismärcker!

Alexander Gehmlich

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