Besuch des Dalai Lama

27. Oktober 2013 Besuch des Dalai Lama

Zwei Schüler der Bismarckschule über einen unvergesslichen Tag:

Am 18. September besuchten einige Klassen der Bismarckschule Hannover den Dalai Lama in der IGS List. Das Oberhaupt der buddhistischen Religion live zu treffen und philosophieren zu hören galt als ein einmaliges Erlebnis, sodass die meisten Schüler äußerst aufgeregt waren. Umso überraschender erschien dann das Auftreten des 78 Jahre alten Mannes. Der als am meisten erleuchtet geltende buddhistische Mönch trat mit Leichtigkeit und Witz auf; trotz der ernsten Themen kicherte er oft in gewisser Weise in sich hinein und kam relativ entspannt rüber. Das religiöse Oberhaupt versuchte sich immer auf die ca. 500 Kinder und Jugendlichen im Saal zu beziehen und diese anzusprechen. Er redete über die Wichtigkeit der nächsten Generation und die damit eingehende Wichtigkeit ihrer Erziehung. Nach dem Dalai Lama sei der Grundsatz für Frieden und somit auch „Warmhertzigkeit“ die Stütze der Menschheit. Deswegen forderte er mehr Erziehung der Kinder zur „Wahrmhertzigkeit“, wie der Mönch es bezeichnete. Später beantwortete der Dalai Lama schon vorher vorbereitete und teils sehr tiefgründige psychologisch/religiöse, teils politisch gesellschaftliche Fragen einiger Schüler. Darunter zum Beispiel die Frage nach der „richtigen“, fairen Verteilung von Mitteln auf die Bevölkerung. Hierbei bezeichnete sich der Mann selbst als Marxist und lobte sogar erstaunlicherweise Maos Grundeinstellung, zu der Zeit als dieser zum Oberhaupt Chinas wurde. Erst durch zu viel Macht und Geld habe sich dessen Denken verändert, erklärte der Dalai Lama. Desweiteren wurde auch nach seiner Einstellung zum Syrien-Konflikt gefragt. Der Mönch machte deutlich, „böse“ Leute, die schlimme Taten vollbringen, könne man manchmal nur durch genauso schlimme Taten stoppen. Doch diese Ereignisse stempelte er als Überbleibsel des letzten Jahrhunderts ab und hofft, dass die nächste Generation in diesem Jahrhundert des Dialogs solche Fehler umgehe.

Außerdem gab der Dalai Lama bei der Frage nach seiner Einstellung zum Tod sogar zu, manchmal sogar Angst vorm Tod zu verspüren, beispielsweise im Flugzeug. Doch der Mann nannte den Tod ein „natürliches Ereignis“, welches zum Kreislauf dazugehöre, weswegen man dem nicht traurig oder ängstlich entgegenschauen sollte. Einer anderen Schülerin erklärte der buddhistische Mönch auch die Wichtigkeit, die eigenen Emotionen zu verstehen, um immer einen klaren Kopf und innere Ruhe bewahren zu können. Er verdeutlichte die Schwierigkeit dessen, da auch der Dalai Lama manchmal sein Temperament verliere. Die Schüler stellten alle sehr scharfsinnige und gut durchdachte Fragen. Eine Schülerin der Bismarckschule konnte sogar mit ihrer kritischen Frage ob Buddhismus eine etwas pessimistische Religion sei, da im Gegensatz zu anderen Religionen das „Nichts“ nach dem Tod zu erwarten sei, und nicht z.B. ein Paradies, den Dalai Lama ein wenig aus der Ruhe bringen.

Es war interessant und wahrscheinlich für viele auch beruhigend zu erkennen, dass selbst der erleuchtetste Mönch nur ein Mensch ist, der auch manchmal Angst vor dem Tod hat und auch nicht immer seine innere Ruhe und Frieden bewahren kann.

Insgesamt war dieses einmalige Treffen aufregend, spannend und lehrreich für alle Beteiligten und sicherlich werden viele etwas Fundamentales für ihr Leben mitgenommen haben und diesen Tag wahrscheinlich lange in Erinnerung behalten. 

Es schilderten ihre Eindrücke Bowen Song und Dennis Gankin

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