Walter Rathenau – ein politischer Mord jährt sich zum 100. Mal

10. Juli 2022 Walter Rathenau – ein politischer Mord jährt sich zum 100. Mal

Eine Aktion zum Gedenken und zum aktiven Einsatz für Demokratie und zivilgesellschaftliches Engagement

Dieses Jahr am 24.6.2022 jährte sich der politische Mord an Walter Rathenau zum 100. Mal. Deshalb riefen viele Institutionen und Organisationen dazu auf, sich mit dem Mord und all seinen dazugehörigen Aspekten zu beschäf­tigen, so auch die DUK (Deutsche Unesco Kommission) und die Bundeskoordination der deutschen Unesco Projekt­schulen:

In vielen Städten und Gemeinden gibt es eine Rathenau-Straße (Habt ihr unsere in der Schule schon entdeckt?) oder einen Rathenau-Platz. Walter Rathenau – wer war dieser Mann? Schon zu Lebzeiten eine schillernde Per­sönlichkeit: Außenminister, Groß­industrieller, Schriftsteller, Intellektuel­ler, Deutscher, Jude. Was hat er mit Judith Kerr, Autorin von „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, zu tun? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang ein Kinderwa­gen? Wieso sollten wir uns auch heute noch mit einem poli­tischen Mord vor 100 Jahren beschäftigen? 

Walther Rathenau gilt als eine Symbolfigur der Weimarer Republik und wir wollten an ihn erinnern und gemeinsam ein sichtbares Zeichen für eine offene, demokratische und tolerante Gesellschaft setzen. Er war, wie gesagt, ein jüdi­scher Industrieller und Intellektueller, weltläufig, liberal, kunstsinnig und international geachtet. Als Wiederauf­bauminister und zuletzt als Außenminister setzte er seine ganze Kraft für die Stabilisierung der jungen Demokratie in Deutschland ein und suchte dabei nach Wegen zum Aus­gleich und zur Aussöhnung mit den einstigen Gegnern Deutschlands im Ersten Weltkrieg. Gerade dieses Engage­ment machte ihn zum Ziel des rechten Terrors – Walther Rathenau wurde am 24. Juni auf offener Straße in Berlin er­schossen.


Die Unesco AG hat sich also dieses Aufrufs zum Gedenken ange­nommen und in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stif­tung und dem Ver­ein Weimarer Republik e.V. eine kleine Ge­denk­feier am Holocaust Denk­mal auf dem Rathenauplatz neben dem Opernhaus veranstaltet.

Jenny Holzer von der Friedrich-Naumann-Stiftung nahm die Be­grüßung vor und sprach ein paar einleitende Worte zur Person Rathenaus, AG-Schüler*innen verlasen Pressestimmen von kurz nach der Er­mordung, Laura (Jg. 12) stellte spontan etwas zur Organisation Consul, der die rechten Attentä­ter angehörten, vor, und der Schauspieler Eric Schäffler trug die Rede des Reichstagspräsi­denten Joseph Wirth vom Tag nach dem Attentat in einer sze­nischen Lesung vor („Der Feind steht rechts.“), die fast beängstigend aktuell klang, nachdem Frau Deniz in ein paar Worten erläutert hatte, wie sich die Unesco AG der Persönlichkeit Rathenaus genähert hatte. Das Alles war sehr beein­druckend, auch wenn das Publikum angesichts des nieseligen Wetters haupt­sächlich aus der – sehr aufmerk­samen 😉 – 10b der Bismarckschule bestand.

Um aber nicht einfach irgendei­nem Aufruf hinterherzulaufen, hat sich die AG natürlich im Vor­feld mit der Person Walther Rathenau auseinandergesetzt und zu einigen Aspekten inten­siv recherchiert. Dabei entstand die Rathen­austraße im EG des Alt­baus der Bismarckschule sowie ein padlet. Noch ist die Straße begehbar, und es lohnt sich, dort außer den infor­mativen Postern und Bildern auch den ein oder anderen QR-Code, hinter denen sich neben dem padlet noch viele weitere Informationen zu Rathenau verbergen, mit dem Handy zu scannen.

Anke Deniz, Nina Kossack und die Unesco-AG

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